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Zuckerwerke sind nicht ausgelastet

  • In der Schweiz werden jährlich rund 320’000 Tonnen Zucker gebraucht – die Schweizer Zucker AG kann davon rund zwei Drittel abdecken. – Heinz Röthlisberger

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zieht Bilanz über das Jahr 2021.  Die Zucker ist unterdurchschnittlich ausgefallen. Rübenanbauer sind gesucht.  Mehr dazu im sechsten Teil der Jahresrückblick-Serie.

Die Zucker ist mit zirka 210’000 Tonnen Zucker zwar unterdurchschnittlich ausgefallen, angesichts der schwierigen Bedingungen für Ackerkulturen aber nicht so schlecht wie zuerst befürchtet. Dennoch könnten sowohl das Zuckerwerk in Aarberg wie auch das Zuckerwerk in Frauenfeld mehr Zuckerrüben verarbeiten und so auch den Selbstversorgungsgrad erhöhen.

In der Schweiz werden jährlich rund 320’000 Tonnen Zucker gebraucht – die Schweizer Zucker AG kann davon rund zwei Drittel abdecken.

Wachstummstillstand durch Kälte

Über 80 Prozent der verarbeiteten Rüben stammen dabei aus Schweizer Anbau, die zu 82 Prozent nach Ökologischem Leistungsnachweis, 17 Prozent nach IP-Suisse-Vorgaben und zu 1 Prozent biologisch angebaut werden.

Der Rest wird mit Importen von Rüben aus Deutschland, aber auch mit fertigem Zucker vorwiegend aus der EU, gedeckt. Die diesjährige Aussaat der Zuckerrüben sei noch normal verlaufen, allerdings hätten die kalten Frostnächte im Frühling die noch jungen Pflanzen beeinträchtigt und im Juli habe die Nässe zu Wachstumsstillstand und wegen überschwemmter Felder zum Teil sogar zu Totalausfällen geführt, erklärt Guido Stäger, CEO der Schweizer Zucker AG.

Krankheitsdruck war weniger ausgeprägt

«Das Wetter war aber nicht durchwegs schlecht für die Rüben – im Vergleich zu den Vorjahren mit starker Trockenheit war dieses Jahr etwas ausgeglichener, in praktisch allen Regionen aber dennoch zu nass», so Stäger.

Die Nässe habe sich in der Folge stark auf den Ertrag und den Zuckergehalt ausgewirkt. Der schöne Herbst habe zwar noch einiges kompensieren können, insbesondere sei der Zuckergehalt noch angestiegen. Im Vergleich zum oft gesunden und kräftigen Kraut, konnten bei der darunter dann aber doch nur mittelmässig grosse Rüben ausgegraben werden.

Immerhin hatten die Rübenpflanzerinnen und – pflanzer dieses Jahr weniger mit Viröser Vergilbung oder dem Syndrome Basses Richesses (SBR) zu kämpfen – der Krankheitsdruck bei den Zuckerrüben war allgemein weniger ausgeprägt als in anderen Jahren.

Rübenpflanzer sind gesucht 

Die Anzahl der Rübenproduzentinnen und -produzenten hat in den letzten Jahren gelitten. 2021 waren es noch knapp 4’000 Schweizer Rübenpflanzerinnen und -pflanzer – knapp 300 weniger als noch im Vorjahr. Das wirkt sich auch auf die Produktivität der Fabrik aus: «Wir brauchen wieder mehr Rüben», appelliert Guido Stäger an die innen und e.

Die Schweizer Zucker AG unternehme viel, um die Schweizer wieder vom Zuckerrübenanbau zu überzeugen. Die jetzt wieder bis 2026 gesicherten politischen Rahmenbedingungen würden helfen, da sie eine grosse Planungssicherheit garantierten und es sich auch finanziell wieder lohne, Rüben anzupflanzen. Daneben bleibe die Vereinbarkeit von nachhaltigem und ökologischem und trotzdem wirtschaftlichem Zuckerrübenanbau eine Herausforderung.

Das Verbot des Insektizids «Gaucho» zur Saatgutbehandlung bleibt im Gegensatz zur EU in der Schweiz bestehen. Natürlich sei das Beizmittel «Gaucho» ein sehr effektives Mittel gewesen – jetzt gelte es aber nach vorne zu schauen und alternative Lösungen zu finden, wie die Viröse Vergilbung mit ökologischeren Massnahmen angegangen werden könne, meint Guido Stäger: «Die Forschung läuft auf Hochtouren und wir sind optimistisch – wir alle wollen umweltverträgliche Pflanzenschutzmittel, aber die Zuckerbranche muss auch wirtschaftlich arbeiten können.»

Jahresrückblick 2021

1. Teil: Kulturen saufen ab 
2. Teil: Obstbau Schäden in Millionenhöhe
3. Teil: Gemüse-Importe wegen Wetter
4. Teil: Wein: Topqualität und historisch tiefe Erträge
5. Teil: Kartoffeln litten unter Nässe

Letztes Jahr war der Befall von Viröser Vergilbung gross – dieses Jahr ist die Nässe das weitaus grössere Problem.
Jonas Ingold

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Quelle: schweizerbauer.ch