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Neues Logo SBV: Pro und Kontra

  • Der neue Auftritt wird Mitte Juni 2022 eingeführt. – SBV

Das neue Logo nennt ausdrücklich das weibliche und das männliche Geschlecht. Dies, um auch der Bedeutung der Frauen in der angemessen Rechnung zu tragen. So steht es im Jahresbericht des Schweizer Bauernverbandes (SBV). Hat sich der Bauernverband mit diesem Claim richtig entschieden, und schliesst er alle in der arbeitenden Personen gleichgestellt mit ein oder bedient er alte Rollenbilder?

Pro: Bäuerin ist mehr als Landwirtin

Viele junge Frauen in der wollen nicht als Bäuerin, sondern als Landwirtin, bezeichnet werden. Insbesondere, wenn sie die Berufslehre zur Landwirtin EFZ abgeschlossen haben. Mit der Bezeichnung wollen sie sich vom früheren Rollenbild distanzieren, welches der Frau, eben der Bäuerin, die Führung des Haushaltes und die Erziehung der Kinder zuordnete, während die Arbeit draussen auf dem Hof und vor allem die Betriebsleitung dem Herr des Hauses oblag (auch wenn die Frauen vielerorts die Chefinnen waren). Das ist absolut verständlich.

Und es ist gut, dass heute zahlreiche junge Frauen sich bewusst zur Landwirtin und nicht zur Bäuerin ausbilden lassen. Wer aber Freude an der Bäuerinnenausbildung hat, soll diese machen und sich mit Stolz Bäuerin FA nennen. Der SBV hingegen musste in seinem Claim bei Bäuerinnen/ Bauern bleiben und konnte nicht zu Landwirtinnen/Landwirten wechseln. Der letztgenannte Begriff tönt stark nach Wirtschaften und nach Rechnen, während die Begriffe Bäuerinnen/Bauern viel stärker für die grosse kulturell-gesellschaftliche Dimension dieses Berufs, der eben eine Berufung ist, stehen. Und diese Dimension ist in der Politik sehr wichtig. Der Begriff «Bäuerin» heisst nicht, dass die so bezeichnete Frau ausschliesslich am Herd steht.

Daniel Salzmann

Kontra: Landwirtinnen vergessen

Die Diskussion ums geschlechtergerechte Schreiben mag ermüdend sein, doch sie wird oft als erster Schritt zur Gleichstellung verstanden. Der SBV hat versucht, bei seinem neuen Verbandslogo richtig zu gendern und sich für die Begriffe Bäuerinnen und Bauern entschieden. Damit hat er aber alle Frauen der in den Bereich der Hauswirtschaft katapultiert und den Männern die Arbeiten im Stall und Feld zugeschrieben. Denn laut dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) ist eine Bäuerin FA fähig, den bäuerlichen Haushalt mit angegliederten Bereichen nach wirtschaftlichen und modernen Gesichtspunkten zu organisieren.

Das ist eine unglaublich herausfordernde und wertvolle Aufgabe. Keine Frage. Schade nur, dass sich (fast) keine Männer zur Bäuerin FA ausbilden lassen. Irgendwie aber auch verständlich bei einem Abschluss, der meist als «Bäuerin FA» bezeichnet wird und dessen männliches Pendant (bäuerlicher Haushaltsleiter) kaum bekannt ist. Es gibt aber auch Landwirtinnen. Sie haben in ihrer Ausbildung gelernt zu säen, eine Kuhherde zu managen, zu schweissen und vieles mehr. Und sie hat der SBV in seinem neuen Logo vergessen.

Bettina Kiener

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  • Der Schweizer Bauernverband will nur noch mit einer Marke kommunizieren. Neu kommt die Bäuerin darin vor, aber nicht Landwirtin.

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Quelle: schweizerbauer.ch