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Mostobsternte 30 Prozent tiefer als erwartet

  • Die menge von 46’000 Tonnen entspricht lediglich 49.5 Prozent einer durchschnittlichen Most der letzten zehn Jahre. – Bettina Kiener

Die ungünstigen Witterungsverhältnisse haben sich negativ auf die erträge ausgewirkt. Die fällt 2021 deutlich tiefer als geschätzt aus. Die menge entspricht lediglich 49.5 Prozent einer durchschnittlichen Most der letzten zehn Jahre.

Insgesamt wurden 46’000 Tonnen Most get, davon waren rund 42’250 Tonnen Mostäpfel und 3800 Tonnen Mostbirnen. Der Bio-Anteil an der gesamten ist im Vergleich zum Vorjahr um 1.5 Prozentpunkte auf zehn Prozent gesunken. Die unterdurchschnittliche ist auf die Frostnächte im Frühling und die Unwetter mit Hagel im Sommer zurückzuführen.

Kleinste seit 1993

«Mit 3800 Tonnen Mostbirnen wurde in diesem Jahr die kleinste Mostbirnen seit 1993 in den meldepflichten Mostereien verarbeitet», schreibt der verband (SOV) in einer Mitteilung. Die 2021 liegt rund 77 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 11’435 Tonnen. Die kleine führt der Verband auf die natürlichen Ertragsschwankungen und die schwierigen Produktionsbedingungen zurück.

Da im vergangenen Jahr die so üppig ausfiel, sind die Tanks, trotz Export von Konzentraten, immer noch sehr gut gefüllt. Das wirkt sich erneut auf die Produzenten aus. Die Richtpreise für Most liegen auf der Höhe des Vorjahres. Für gewöhnliche Mostäpfel wird dieser bei 26 Fr. pro 100 kg und für spezielle Mostäpfel bei 33 Franken festgelegt. 

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Grundrückbehalt

Trotz der tiefen mengen gibt es für die Bauern trotzdem Rückbehalte. Das Produktezentrum Most hat für Suisse Garantie Most einen Rückbehalt von drei Franken pro hundert Kilo beschlossen. Für Bio-Mostäpfel wurde erstmals ein Rückbehalt von zwei Franken pro hundert Kilo festgelegt.

Die diesjährigen Rückbehalte werden von der Branche auf die hohen Lagerbestände zurückgeführt. «Trotz umfangreicher Marktentlastungsmassnahmen im Jahr 2021 verfügten die Mostereien vor der über Lagerbestände, die den Bedarf von mehr als einem Jahr abdecken», schreibt denn auch der verband. Zudem werden auch weniger säfte abgesetzt.

Die Mostäpfel stammen zu 89 % aus der Ostschweiz. Das Mittelland und die Zentralschweiz lieferten gemeinsam 3 % der gesamten Mostäpfel und die Region Bern / Westschweiz 8 %. 78 % der Birnen wurden in der Ostschweiz get, 1 % in Bern bzw. der Westschweiz sowie 21 % im Mittelland und der Zentralschweiz.

89.4 % der gesamten wurde mit den Produktionsmethode Suisse Garantie (SGA) und konventionell produziert. 10.6 % der wurde mit der biologischen Produktionsmethode produziert. Im Vergleich zum letzten Jahr sank der Anteil an Bio-Most leicht um 1.5 %-Punkte. Im Anhang befinden sich weitere Statistiken mit der Aufteilung nach Produktionsmethode.

Bauern verärgert

«Da wir letztes Jahr einen grossen Rückbehalt eingezogen haben und durch das einen Teil der Übermengen exportieren konnten und nun dieses Jahr eine kleine erwartet wird, wird dies dazu führen, dass noch einmal Übermengen abgebaut werden können», sagte Christoph Suter von der Ramseier Suisse AG im Oktober.

Gemäss verband wird die tiefe 2021 wird zu einer Entlastung der Lagerbestände führen. Damit steigen auch die Chancen, dass im kommenden Jahr die Rückbehalte wegfallen könnten.

Die Höhe der Rückbehalte sorgten bei Landwirtinnen und Landwirten in den vergangenen Monaten für Unmut. Für Ernst Peter, Präsident der IG Hochstammbau Schweiz, kann es so nicht weitergehen. Er forderte eine Obergrenze beim Rückbehalt. Und er will mehr Transparenz: Er will wissen, welche Unternehmen mit dem Produzentengeld zu welchen Preisen saftkonzentrat exportieren.

Am Rückbehalt wird festgehalten

«Die Verarbeiter müssen sich viel stärker als heute an den Kosten der Überschussverwertung beteiligen», sagte Peter Anfang August gegenüber «Schweizer Bauer». Auch der Schweizer Bauernverband (SBV) sieht beim System Handlungsbedarf. Dieses sei zu teuer. «Aus Sicht des SBV ist insbesondere zu prüfen, wie die Kosten der Überschussverwertung solidarisch auf die ganze Wertschöpfungskette verteilt werden können, das heisst insbesondere, dass sich die Verarbeiter in einem angemessenen Umfang daran beteiligen», sagte SBV-Direktor Martin Rufer zum «Schweizer Bauer».

Das Produktzentrum Most hat sich nach eigenen Angaben intensiv mit der aktuellen Situation des Mostmarktes auseinandergesetzt. Doch die Vertreter wollen keine Änderung vornehmen. «Es gibt derzeit keine bessere Alternative zum gegenwärtigen System», so der verband im vergangenen August.

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Quelle: schweizerbauer.ch