Anzeige
 

Milch: A-Richtpreis steigt nicht

  • Bis Ende Jahr gilt ein Richtpreis von 73 Rappen je Kilo. – Reto Blunier

Der Richtpreis für Molkereimilch im A-Segment steigt nicht. Die Forderungen der Produzenten blieben unerfüllt. Der Vorstand der Branchenorganisation Milch hat den A-Richtpreis für weitere sechs Monate bei unverändert 73 Rp./kg franko Rampe festgelegt. Der Richtpreis für B-Milch hingegen steigt. 

In diesem Jahr gibt es keine weitere Erhöhung des Richtpreises für Molkereimilch.

2 Rappen mehr bei B-Milch

Auch in der zweiten Jahreshälfte kommt dieser auf 73 Rappen je Kilo Milch zu liegen. Normalerweise wird der Richtpreis quartalsweise festgesetzt.  Die letzte Erhöhung wurde auf den 1. Januar 2021 vorgenommen. Die Branchenorganisation hat den Preis um 2 Rappen erhöht. Eine Begründung für das Beibehalten des Richtpreises auf 73 Rp. lieferte die BOM am Mittwochabend in der Mitteilung nicht.

Einen besseren Preis soll es hingegen bei der B-Milch geben. Der Vorstand hat Anpassungen im Segmentierungsreglement zuhanden der Delegiertenversammlung vom 14. Juni verabschiedet. Die Transparenz und Verlässlichkeit der Preisfestsetzung soll verbessert werden. Gleichzeitig wird der
Berechnungsmodus für den B-Richtpreis angepasst. Diese Massnahme sorgt ab 1. Juli 2021 für einen um mehr als 2 Rappen höheren B-Richtpreis.

BIG-M forderte höheren Preis

Im Vorfeld des Richtpreis-Entscheids forderten mehrere Protagonisten der Produzenten einen höheren Preis. BIG-M wies auf die gute Nachfrage hin. Die Milch werde zu einem raren Gut. Und sie werde immer knapper. «Jetzt hat die BOM die Gelegenheit zu zeigen, dass sie wirklich bereit ist, nicht nur für die Gewinne der nachgelagerten Stufe zu sorgen, sondern auch einen wichtigen Schritt für mehr Wertschöpfung bei der Milchproduktion zu machen», hielt die Bauernorganisation Anfang Mai in ihrem Newsletter fest.

BIG-M begründet ihre Forderungen nach einem höheren Preis auch mit dem Gesuch für Butterimporte, dass die BOM Anfang Mai stellte. Die Branchenorganisation will weitere 1000 Tonnen einführen.

Die Milchproduktion ist in etwa auf der Höhe des Vorjahres.
TSM

Dettling: Ohne höheren Richtpreis keine Importe

Für einen höheren Richtpreis setzte sich auch Marcel Dettling ein. Der SVP-Nationalrat hielt in einem Leserbrief fest: «Wenn die Nachfrage höher ist als die Produktion, müssen gemäss Lehre die Preise steigen. Bei der Milch warten die Produzenten vergebens.»

Für den Schwyzer ist klar, dass die Butterimporte erst bewilligt werden, wenn der angehoben wird. «Es kann nicht sein, dass das BLW laufend Butterimporte bewilligt und sogar für Milchimporte grünes Licht gibt und beim nichts passiert. Das BLW muss seine Verantwortung endlich ernst nehmen», so Dettling weiter.

SMP wollte höheren Richt- und Marktpreis

Und auch die Schweizer Milchproduzenten (SMP) erachteten es als angebracht, den Richtpreis zu erhöhen. «Ja, wir fordern einen höheren Richtpreis, respektive einen höheren Marktpreis», sagte SMP-Direktor Stephan Hagenbuch am 18. Mai gegenüber schweizerbauer.ch. Müsste bei weiteren Butter-Importen der Produzentenpreis steigen? «Bisher haben die Produzenten Importgesuche immer mit Gegenforderungen verbunden», so Hagenbuch weiter.

Was sagt der Dachverband der Milchbauern zur Forderung von Dettling, Importe nur zu bewilligen, wenn der steigt? «Die Produzenten haben das letzte Import-Gesuch geschlossen abgelehnt, weil kein Entgegenkommen da war. Selbstverständlich ist auch die Markteinschätzung aber immer von Relevanz», hielt Hagenbuch fest. 

The post Milch: A-Richtpreis steigt nicht appeared first on Schweizer Bauer.

ganzen Artikel lesen ▸

Quelle: schweizerbauer.ch