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Miese Witterung lässt Einkommen sinken 

  • Der viele Regen, der Hagel und der Wind haben die lichen Kulturen stark geschädigt. – Markus Dietschi

Die Schweizer dürfte 2021 eine Bruttowertschöpfung von 4,1 Milliarden Franken generieren, das sind 6,6% weniger als im Vorjahr. Die Gesamtproduktion ist rückläufig, die Produktionskosten befinden sich hingegen im Aufwärtstrend. Der Pflanzenbau wurde von der Witterung beeinträchtigt, während die tierische Produktion weiter zunimmt. Das sektorale Einkommen der Schweizer geht 2021 deutlich zurück.

Diese ersten Schätzungen für das laufende Jahr beruhen auf der lichen Gesamtrechnung, die das Bundesamt für Statistik (BFS) erarbeitet.

Sinkende Arbeitsproduktivität

Gemäss dem BFS dürfte sich die Gesamtproduktion der Schweizer in diesem Jahr auf 11,2 Milliarden Franken belaufen. Das ist ein Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ausgaben für Vorleistungen (Futtermittel, Energie, Dünger, Unterhalt und Reparaturen usw.) betragen 7,0 Milliarden Franken und sind um 0,7% höher als im Vorjahr.

Die Bruttowertschöpfung, die sich aus der Differenz zwischen dem Produktionswert und den Vorleistungen ergibt, erreicht 4,1 Milliarden Franken, was gegenüber 2020 einer Verringerung von 6,6% entspricht (–7,0% ohne Berücksichtigung der Teuerung). Bei einem geschätzten Rückgang des Arbeitsvolumens um 0,8% geht die Arbeitsproduktivität zwischen 2020 und 2021 um 6,3% zurück, ist aber dennoch 26% höher als im Jahr 2000.

Ausgehend von den ersten Schätzungen rechnet das Bundesamt für Statistik (BFS) damit, dass sich die Gesamtproduktion der Schweizer im Jahr 2021 auf 11,2 Milliarden Franken belaufen wird. Das sind 2,1 Prozent weniger als 2020.
BFS

Historische Rückgänge im Pflanzenbau

Stark gebeutelt in diesem Jahr wurde der Pflanzenbau. Das miese Witterung hat den Kulturen zugesetzt. Der Produktionswert verringert sich gegenüber 2020 um 9,0% auf geschätzte 3,8 Milliarden Franken. Beim Steinobst, insbesondere bei den Aprikosen und Pflaumen, wurde eine der schwächsten Ernten der vergangenen zwei Jahrzehnte verzeichnet, heisst es in der Mitteilung.

Die Getreideernte verzögerte sich und fiel durchzogen aus, wodurch der Produktionswert des Getreides um 13% sinkt. Der Produktionswert der Kartoffeln ist ebenfalls rückläufig (–15%) und auch die Zuckerrüben, deren Anbaufläche schrumpft, haben gelitten (–14%). Die Nachfrage nach inländischem Gemüse ist nach wie vor gross, die Produktion verringerte sich hingegen um 5%. Der Weinbau muss nach 2020 erneut mit einem unterdurchschnittlichen Jahr rechnen. Es wird eine der schwächsten Ernten der letzten Jahrzehnte erwartet. Als Folge davon dürfte der Produktionswert von Trauben und Wein im Vergleich zu 2020 um 17% einbrechen.

Tierischen Produktion steigt

Eine gegenteilige Entwicklung ist bei der tierischen Produktion zu beobachten. Gemäss den Schätzungen des BFS nimmt diese im Vergleich zum Vorjahr um 2,1% auf 5,9 Milliarden Franken zu. Der Wert der Milchproduktion steigt um 5,5% auf 2,6 Milliarden Franken, wobei die Produktionsmenge leicht zunimmt (+0,3%) und der Durchschnittspreis seinen Aufwärtstrend fortsetzt (+5,2%). Auch die Preise des Schlachtviehs ziehen weiter an, die Nachfrage bleibt konstant hoch und das Angebot begrenzt. Entsprechend steigt auch der Wert der Rindviehproduktion um 4,7% auf 1,6 Milliarden Franken.

Bei der eproduktion hingegen gibt es ein ein empfindliches Minus von 10,4% auf 0,9 Milliarden Franken. Das liegt daran, dass die Zahl der Schlachtungen 2021 weiter wächst und die Nachfrage nachlässt», schreibt BFS. Der Aufschwung der Geflügelhaltung findet auch 2021 seinen Fortgang. Sie erreicht voraussichtlich einen Produktionswert von 0,7 Milliarden Franken (+5,0%), was insbesondere auf den zunehmenden Konsum von Geflügel und Eiern aus der Schweiz zurückzuführen ist.

wichtiger Einkommensbestandteil

Die schrittweise Öffnung der Agrarmärkte in den 1990er-Jahren führte zur Einführung von , die ab 1999 verallgemeinert und 2014 neu ausgerichtet wurden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten dienen die an die sbetriebe ausbezahlten Beiträge insbesondere dazu, Leistungen von allgemeinem Interesse zu vergüten.

Nach ersten, auf den Voranschlag des Bundes gestützten Schätzungen bleiben die Staatsbeiträge gegenüber 2020 praktisch unverändert. Mit 2,9 Milliarden Franken machen diese Beiträge 2021 rund 21% der Gesamtressourcen der Schweizer aus und bilden damit einen wichtigen Bestandteil des Einkommens des Agrarsektors.

Produktionskosten steigen

Die Produktionskosten (Vorleistungen, Abschreibungen, Löhne, Pachten, Schuldzinsen und Produktionsabgaben) legen gegenüber 2020 um 0,7% auf 7 Mrd. Fr. zu. Das BFS führt zwei Hauptursachen auf. Zum einen erhöhen sich die Ausgaben für Futtermittel aufgrund der zunehmenden e- und Geflügelproduktion und der durchzogenen Qualität des Futtergrases. Zum anderen zeigt der Erdölpreis seit Anfang des Jahres wieder nach oben.

Die leicht höheren Abschreibungen (2,1 Mrd. Franken, +0,6%) erklären sich durch den Preisanstieg der Investitionsgüter (Gebäude, Maschinen usw.), der durch die Abnahme des produktiven Vermögens (Aktiven) der Schweizer nur teilweise kompensiert wird. Die Löhne der Angestellten (1,3 Mrd. Franken, +0,6%) werden leicht höher geschätzt als 2020, während die Entwicklung der Pachten (0,5 Mrd. Franken, +1,3%) den Preisanstieg und das Wachstum der gepachteten sfläche widerspiegelt.

Das sektorale Einkommen der Schweizer geht 2021deutlich zurück
BFS

Sektorales Einkommen sinkt deutlich

Gemäss der BFS-Schätzung nehmen 2021 die Einnahmen (Produktionswert, Staatsbeiträge und Habenzinsen) um 1,7% respektive 243 Millionen Franken auf rund 14,1 Milliarden Franken ab. Die Ausgaben (Vorleistungen, Abschreibungen, Löhne, Pachten, Schuldzinsen und Produktionsabgaben) steigen um knapp 79 Millionen Franken (+0,7%) auf rund 11,3 Milliarden Franken. Der Saldo, d.h. das Nettounternehmenseinkommen der Schweizer (sektorales Einkommen), wird somit für das Jahr 2021 auf knapp 2,9 Milliarden Franken geschätzt. 

Das entspricht gegenüber 2020 einem Minus von 10,1 Prozent oder 321 Millionen Franken. Dieses Einkommen, das hauptsächlich die Arbeit und das produktive Vermögen (Kapital und Boden) sämtlicher Bauernfamilien in der Schweiz entschädigt, liegt damit nahezu 5,4% unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

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Quelle: schweizerbauer.ch