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«IP-Suisse-Prämien reichen nicht»

  • Ab 2023 will die IP-Suisse der Migros nur noch herbizidlosen Weizen liefern. – zvg

Für Weizen müssten zwischen 100 und 125 Fr./dt bezahlt werden, sagt Uniterre. Die IP-Suisse-Prämie sei dafür zu gering.

Wegen der unterdurchschnittlichen Getreideernte in diesem Jahr und entsprechend leeren Weizenlagern sucht IP-Suisse für 2022 mehr Weizenproduzenten. Dabei zahlt IP-Suisse eine Prämie von 6 Fr./dt und bei herbizidlos angebautem Weizen zusätzlich eine Prämie von 10 Fr./dt.

«Preis ungenügend»

Das sei viel zu wenig, kritisiert nun die Bauernorganisation Uniterre. In einer Medienmitteilung schreibt Uniterre, man freue sich zwar über die Zuschläge, aber ein Richtpreis von 68 Fr./dt bei herbizidlosem Weizen genüge bei Weitem nicht. Die zusätzlichen Kosten und die Ertragsverluste könnten mit der Prämie von 10 Fr./dt nicht gedeckt werden.

Dazu holt Uniterre eine Kostenrechnung für konventionell hergestellten Weizen hervor, die zwar zehnjährig sei, aber auch heute noch Gültigkeit habe (siehe Tabelle). Gerechnet wird darin mit einem Stundenansatz von 40 Fr. für die Arbeit der Familie. «Die Vergütung von 40 Fr. pro Stunde ist unseres Erachtens in Anbetracht der Verantwortung und der Ausbildung der Landwirte gerechtfertigt», begründet Rudi Berli von Uniterre auf Anfrage.

Braucht 97 Franken

Eine IP-Suisse-Prämie sucht man in der Rechnung ebenfalls vergeblich, da sie die Ertragsverluste bei extensiverem Anbau ausgleichen soll. Schlussendlich resultiert ein Mindestpreis von 97 Fr./dt Weizen. Fast 100 Fr./dt braucht es also laut Uniterre, damit bei der konventionellen Weizenproduktion alle Kosten gedeckt werden können. Und nicht die ausbezahlten 49 Fr./dt.

SB

Bei 100 Fr./dt liegt heute in etwa der Produzentenpreis für Bioweizen. Allerdings schätzt Uniterre die Kosten im Biolandbau auch auf 125Fr./dt.

Qualitätsstrategie gefordert

Für Uniterre ist klar: «Die IP-Suisse muss ihren Abnehmern zu verstehen geben, dass eine nachhaltige einen Preis hat und nur mit fairen Einkommen erhalten und weiterentwickelt werden kann.» Gefordert wird von IP-Suisse eine Qualitätsstrategie, welche die Produktionskosten, die soziale Nachhaltigkeit und die Ökonomie miteinbezieht. So tönte es in der Medienmitteilung.

Ein paar Tage später relativiert Rudi Berli seine Kritik an der IP-Suisse bereits wieder teilweise: «Wir stellen nicht die Arbeit der IP-Suisse in Frage. Sondern es geht mehr um die Kommunikation gegenüber den Abnehmern und der Öffentlichkeit.» Laut Berli hat Uniterre hier schon selbst etwas für einen höheren Produzentenpreis für Weizen getan. Seit mehreren Jahren engagiere man sich für das Label Genève Région Terre Avenir (GRTA), welches dem Kanton Genf gehört. Damit konnte für Bio-Brotgetreideproduzenten ein Preis von 118 Fr./dt erreicht werden.

IP-Suisse nimmt Kritik auf

Zur Kritik von Uniterre meint IP-Suisse-Geschäftsführer Fritz Rothen: «Wir kämpfen für eine möglichst hohe Prämie, und wir kämpfen mit den bäuerlichen Organisationen für einen guten Richtpreis, denn Letzterer ist matchentscheidend.»

Schliesslich mache der festgelegte Richtpreis um die 90 Prozent des ausbezahlten Weizenpreises aus. «Aber wir nehmen die Kritik natürlich auf und werden diese in den kommenden Preisverhandlungen einsetzen», sagt Rothen

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Quelle: schweizerbauer.ch