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Hohe Siedlungsqualität – Dorf erhält Wakkerpreis

  • Zugunsten des Erhalts ihres wertvollen Ortsbildes mit seinen Freiräumen und Parkanlagen und zur Schonung der
    sflächen hat die Gemeinde auf neue Bauzonen verzichtet. Ihre Pflege und Aufwertung bilden die Leitlinien der künftigen Entwicklung der Gemeinde. – Pierre Marmy/Schweizer Heimatschutz
  • Die Sichtachse vom Schloss auf den Genfersee konnte dank planerischer Massnahmen erhalten werden. Sie ist Teil eines grünen Korridors, der sich durch die ganze Gemeinde zieht. Zur Steigerung der Freiraumqualität und der Biodiversität wurde der Bach entlang der Sichtachse ökologisch aufgewertet (2011, Landschaftsarchitektur: Paysagestion). – Christian Beutler/Schweizer Heimatschutz

Die Gemeinde Prangins VD wird vom Schweizer Heimatschutz mit dem Wakkerpreis 2021 ausgezeichnet. Dem Siedlungsdruck begegne sie mit Investitionen in die Pflege der historisch gewachsenen Freiräume und Gebäude, etwa beim historischen Ortskern.

Die Waadtländer Gemeinde Prangins liegt mitten im prosperierenden Raum zwischen Lausanne und Genf. Dieser Aufschwung hat sich in die Landschaften und Ortsbilder eingeschrieben, wie der Heimatschutz am Dienstag mitteilte.

Ortsbild von nationaler Bedeutung

Bund und Kantone griffen inzwischen Massnahmen gegen die fortschreitende Zersiedelung und wollen die Bautätigkeit auf die Städte und ihre nähere Agglomeration konzentrieren. Klare Wachstumsvorgaben gelten auch für Prangins, eine Nachbargemeinde von Nyon. Als Teil des Ballungsraums «Grand Genève» wird ihre Wohnbevölkerung bis 2030/40 etwa um 30 Prozent zunehmen.

Prangins ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz als Ortsbild von nationaler Bedeutung aufgeführt. Als besonders schützenswert gilt neben dem Schloss – heute der Westschweizer Sitz des Schweizerischen Nationalmuseums – auch der historische Ortskern mit den umliegenden Parkanlagen und Freiräumen.

Mit öffentlichen Nutzungen stärkt die Gemeinde ihren historischen Dorfkern als gesellschaftlicher Treffpunkt. Im Gemeindehaus – dem ehemaligen Bauernhof des Schlosses – sind unter einem Dach die Verwaltung, der Polizeiposten, ein kleines Lebensmittelgeschäft und eine Krippe vereint. Gegenüber befindet sich im ehemaligen Ofengebäude heute eine Bäckerei. Es ist vorgesehen, den Hauptplatz zwischen den öffentlichen Bauten im Dorfzentrum aufzuwerten die Aufenthaltsqualität zu steigern.
Pierre Marmy/Schweizer Heimatschutz

Auf Bebauungen verzichtet

Die Gemeinde Prangins habe sich entschieden, ihre Siedlungsentwicklung auf diesen historisch gewachsenen Werten aufzubauen, diese zu stärken und weiterzuentwickeln, hiess es in der Begründung des Heimatschutzes. Ziel sei es, das erwartete Bevölkerungswachstum mit einer hohen Siedlungsqualität zu verbinden.

Zugunsten des Erhalts des wertvollen Ortsbildes, der Kulturlandschaften und der Parkanlagen habe sich Prangins nicht davor gescheut, auf bebaubares Kulturland zu verzichten, begründete der Heimatschutz hiess die Auszeichnung der Gemeinde weiter. So sei es Prangins gelungen, Sichtachsen wie diejenige zwischen Schloss und See freizuhalten, Naherholungsgebiete zu aktivieren und wertvolles Kulturland für die zu erhalten

Die offizielle Preisübergabe findet am 27. Juni in Prangins statt.

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Quelle: schweizerbauer.ch