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Hochdorf: Grundstückverkauf vor Abschluss

  • Das Grundstück in Hochdorf LU wird verkauft. Es spült wichtigen Cash in die Kasse. – zvg

Der schlingernde verarbeiter reorganisiert sich. Dazu soll das Gelände in Hochdorf LU verkauft werden. Nun stehen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss.

Die Hochdorf-Gruppe informierte Ende August über den weitreichenden Umbau der Gruppe mit der beabsichtigten Bündelung der Produktion auf den Standort Sulgen TG und den entsprechenden Verkauf von Grundstück und Gebäude in Hochdorf.

Gemeinde bevorzugte Käuferin

Das von einem externen Immobilienspezialisten durchgeführte Bieterverfahren ist auf der Zielgeraden eingebogen. «Ab heute Montag führt Hochdorf die End-Verkaufsverhandlungen mit den bevorzugten Käuferinnen», heisst es in einer Mitteilung von Montag.

Eine der bevorzugten Käuferinnen ist die Gemeinde Hochdorf. Sie wird aus rechtlichen Gründen eine Volksabstimmung über den dafür notwendigen Rahmenkredit für den Erwerb durchführen.

100 Millionen Schulden

Der viertgrösste verarbeiter der ist seit einiger Zeit am Taumeln. Im ersten Halbjahr 2021 schrieb einen Verlust von 9 Millionen Franken, der Umsatz fiel um 11 Prozent auf 140 Millionen Franken. Der Rückgang führt das Unternehmen auf die im letzten Jahr getätigten Devestitionen und Liquidationen zurückzuführen. Die Gruppe hat im ersten Halbjahr 2021 in der 218.9 Mio. kg , Molke und Rahm (Flüssigmenge) verarbeitet (2020: 187.9 Mio. kg) und 32’356 Tonnen Produkte verkauft (–30.2%).

Hochdorf ist in zwei Segmente unterteilt. Die Entwicklung verlief im ersten Halbjahr 2021 unterschiedlich. Das Geschäftssegment Baby Care (Babynahrung) erzielte einen Nettoerlös von 27.9 Mio. Fr, das sind 10 Millionen oder knapp 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Den tieferen Umsatz führt der verabeiter zum grössten Teil auf das Private Label Geschäft zurückzuführen. 

Im Segment Food Solution (Entwicklung, Produktion und Vermarktung verschiedener Pulverprodukte aus und Molke) wurden im ersten Halbjahr 218.9 Mio. kg Flüssigmenge verarbeitet, das sind 16,5% mehr als im Vorjahr. Der Nettoerlös sank zwar um 6 Millionen (-7%) auf  112.4 Mio.  Fr. (VJ: CHF 120.7 Mio., –6.9%). Im vergangenen Jahr waren jedoch noch 25.4 Mio. Fr. Umsatz aus der Ende März verkauften Uckermärker GmbH enthalten.

Das operative Geschäft hat sich zwar stabilisiert, doch das Unternehmen drückt eine Schuldenlast von 100 Millionen Franken. Diese führt Hochdorf auf die 2019 gescheiterte Vorwärtsstrategie zurück. Um den verarbeiter zu retten, hat die Konzernleitung im August beschlossen, die Aktivitäten im Werk in Sulgen TG zu bündeln. So will Hochdorf ab 2024 jährlich 7 bis 9 Millionen Franken einsparen. 

Stellenabbau

Der geplante Umbau der Gruppe führt laut der Mitteilung zu einem Abbau der Stellen in Hochdorf von heute etwa 190 auf rund 70 per Ende 2023. Einzig die Konzernleitung und Verwaltung der Gruppe bleiben in Hochdorf LU. Gleichzeitig werden in Sulgen TG rund 45 Stellen geschaffen.

Um die Schulden zu senken, wurden ebenfalls beschlossen, das Areal in Hochdorf verkaufen. Im August ging das Unternehmen davon aus, den Verkauf bis Ende Jahr abzuschliessen.

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Quelle: erbauer.ch