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Fenaco: Futterzusatz gegen Reduktionsrecht

  • Die Fenaco lanciert ein Programm, um den Methanausstoss von Milchkühen deutlich zu reduzieren. – Kanton Freiburg

Der Futterhersteller UFA hat im Mai ein Mineralfuttermittel eingeführt. Ein Zusatzstoff führt dazu, dass die Milchkühe 10 bis 20 Prozent weniger Methan ausstossen. Die Bauern erhalten das Futtermittel ohne Zusatzkosten. Sie treten dafür aber die Emissionsreduktionsrechte an die Fenaco ab.

Gemäss ihrer langfristigen Klimastrategie will die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 halbieren und bis 2050 nicht mehr Treibhausgase ausstossen, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können.

75’000 Tonnen Methan

Die verursacht in der Schweiz rund 13 Prozent der Treibhausgasemissionen. Laut Fenaco stossen die rund 550’000 Milchkühe in der Schweiz beim Verdauen insgesamt rund 75’000 Tonnen Methan aus, das entspricht 1,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Methan hat jedoch einen massiv grösseren Effekt. Dieser ist rund 25 Mal so gross jener von CO2. Die Fenaco will mit ihrem Tochterunternehmen UFA beim Methan ansetzen. Mit dem Programm UFA Swiss Climate Feed (USCF) will der Konzern einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Bis 20 Prozent weniger Methan

Futterhersteller UFA hat im Mai das Mineralfutter UFA 295 Biotin USCF auf den Markt gebracht. Gemäss Mitteilung enthält diesen den natürlichen Futtermittelzusatzstoff Agolin Ruminant des Schweizer Unternehmens Agolin SA. Dieser Zusatzstoff verbessert die Verdauung der Kühe.

Dadurch stossen die Tiere 10 bis 20 Prozent weniger Methan aus. Diese Wirkung bestätigt der Swiss Clean Tech Report 2020 der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Das Potenzial zur Reduktion des Methanausstosses beziffert die Fenaco auf mehrere 100’000 Tonnen CO2-Äquivalente.

«Mit dem klimaschonenden Futtermittel leisten die Schweizer Landwirtinnen und Landwirte einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz», schreibt die Fenaco. Und es steigert die Effizienz. Die Kühe produzieren mehr Milch und benötigen 2/3 gleichzeitig weniger Futter. Feldversuche bestätigen die hohe Akzeptanz des neuen Futters bei den Kühen.

Fenaco handelt Reduktionsrechte

Die Milchbauer erhalten den Mineralstoff ohne Zusatzkosten. Die Fenaco gibt den Zusatz nicht «kostenlos» ab. Nehmen die Bauern das Angebot der Fenaco an, treten sie die Emissionsreduktionsrechte an den Konzern ab, die durch das Verfüttern des klimaschonenden Futtermittels erzielt werden.

Diese Rechte wiederum sollen in CO2-Zertifikaten umgewandelt werden. Aus den Handelserlösen der Zertifikate will die Fenaco laut Mitteilung die Kosten für das Methan hemmende Zusatzprodukt sowie den Aufwand für den Zertifizierungsprozess decken. «Das ist eine Win-Win-Situation», sagt Anita Schwegler, Leiterin Nachhaltigkeit und Umwelt bei der Fenaco. «Deshalb gehen wir in eine finanzielle Vorleistung und ermöglichen damit ab sofort einen Beitrag zum Klimaschutz», fährt sie fort.

2022 soll Ausdehnung erfolgen

Bei steigenden Zertifikatspreisen könnte sich der Deal für die Fenaco in Zukunft lohnen. Derzeit wird das «UFA Swiss Climate Feed Programm» von unabhängiger Stelle validiert. Bei erfolgreicher Validierung können die Emissionsreduktionen zu handelbaren CO2-Zertifikaten umgewandelt werden.

Bei der Fenaco gibt man sich für die Zukunft optimistisch für dieses Geschäftsmodell. Sollte das Konzept bei den Bauern gut ankommen Marktakzeptanz sowie bei erfolgreicher Validierung, plant die UFA ab 2022 die Anreicherung von weiteren Futtermitteln mit dem klimaschonenden Zusatzstoff.

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Quelle: schweizerbauer.ch