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Bauernverband über SRF verärgert

  • Andreas Moser ist Biologe und Moderator der Sendung «Netz Natur». – SRF
  • Sorgt für Ärger: Ein Helikopter über dem Rebberg. – zvg

Das er Fernsehen (SRF) hat im Dezember in zwei Sendungen die zum Thema gemacht. Insbesondere die jüngste Ausgabe von «Netz Natur» hat den er Bauernverband (SBV) verärgert. Er spricht von «Kampagnenjournalismus». Der SBV legt zwei Beschwerden ein.

2021 wird für die er ein richtungsweisendes Jahr. Die Trinkwasser- und die Pestizidverbotsinitiative kommen im kommenden Juni zur Abstimmung.

Initiativen haben Pflanzenschutzmittel im Visier

Die Pestizidverbots-Initiative fordert ein Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel in der lichen Produktion, in der Verarbeitung licher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege. Verboten werden soll auch der Import von Lebensmitteln, die mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln hergestellt wurden oder die solche enthalten.

Die Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Bauern erhalten, die auf Pflanzenschutzmittel, vorbeugend oder systematisch verabreichte und zugekauftes Futter verzichten. Auch die liche Forschung, Beratung und Ausbildung soll nur unter diesen Bedingungen Geld vom Bund erhalten.

Zwei Beschwerden

Das er Fernsehen hat in den Sendungen «Kassensturz» und «Netz Natur» die thematisiert. Dabei wurde über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln berichtet. Zu beiden Sendungen ist bei Ombudsstelle je eine Beschwerde eingegangen, berichtet die «SonntagsZeitung».

Die Konsumentensendung «Kassensturz» untersuchte mehrere er Weine auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände. Fazit: «In drei Vierteln der Proben finden sich Rückstände, zum Teil wahre Cocktails mit bis zu neun verschiedenen oder gar verbotenen Pestiziden.» Für Verärgerung sorgt aber ein Helikopter, der über die Rebberge fliegt.

Helikopter sorgt für Verärgerung

Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, versprüht dieser nicht synthetische Pflanzenschutzmittel, sondern eine Mischung aus Schwefel, Kupfer, Algen und Milch. Diese werden auch im Biolandbau eingesetzt. SRF wehrt sich gegen den Vorwurf der Manipulation. «Tatsache ist, dass bei den Aufnahmen mit Sicherheit auch eine Mehrzahl konventionell bewirtschafteter Weinberge gespritzt wurde. Also sind die Bilder auch für Chemie-Einsatz in konventionellen Rebbergen geeignet», erklärt ein SRF-Sprecher.

Die Sendung «Netz Natur» mit Moderator Andreas Moser thematisierte bei der jüngsten Ausgabe « – mit der Natur» den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. In der Sendung kamen ein Winzer, ein Obstbauer und zwei Gemüseproduzenten ist  zu Wort. Die vier Landwirte setzen keine synthetischen Pflanzenschutzmittel ein. Und auch hier wird der Helikopter als Beispiel für eine «pestizid- und chemielastige» konventionelle eingesetzt.

4 Bauern porträtiert

Winzer Roland Lenz aus der Region Frauenfeld setzt auf neu gezüchtete Sorten, sogenannte PIWI-Reben, die gegen Pilzbefall robust sind. Mit breiten Streifen im Rebberg fördert er die Biodiversität. Obstbauer Helmut Müller aus Egnach TG setzt in seinem Obstgarten auf robuste Pflanzen und auf eine hohe Sorten-Vielfalt.

Gemüsebauer Stefan Brunner aus dem Berner Seeland bewirtschaftet seinen Biobetrieb nach den Prinzipien der regenerativen und stellt seinen Betrieb auf eine Mischform aus Permakultur und Agroforstwirtschaft um. Mattias Hollenstein aus Uster ZH setzt stark auf das Mulchen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Gemüsebau ist hier der Boden selten offen, sondern meist mit einer Schicht aus Pflanzenmaterial bedeckt.

«Arbeiten mit der Natur wie dazumal, wo die Bauern noch frei waren und nicht die Knechte der Wirtschaftsvögte», sagte Moderator Andreas Moser in der Sendung.

«Kampagnenjournalismus»

Für den er Bauernverband (SBV) wurde hier eine Grenze überschritten. Er spricht gegenüber der «SonntagsZeitung» von einem Kampagnenjournalismus. «Netz Natur» habe Pioniere für alternative Produktionsmethoden in der er gezeigt. Allerdings habe in der Sendung nur gut und böse existiert, kritisiert der Bauernverband. Konventionelle würde einerseits die Natur vergiften und auf der anderen Seite sei die saubere Heidi- der Biobauern dargestellt worden.

Und die konventionellen Landwirte seien während den 45 Minuten nie zu Wort gekommen. «Die Sendung macht völlig einseitig die konventionelle zur Schuldigen für sämtliche negative Umweltwirkungen der Produktion und des Konsums von Lebensmitteln», sagt SBV-Sprecher Sandra Helfenstein zur «SonntagsZeitung».

SRF-Sprecherin Sandra Helfenstein kritisiert das er Fernsehen.
zvg

SRF: anwaltschaftlicher Journalismus

Auch weist sie darauf hin, dass die vier porträtierten Betriebe «schön und recht» seien. Aber um die gesamte auf biologischen Anbau umzustellen, fehle die Nachfrage. Und auch auf diesen Umstand wurde in der Sendung nicht hingewiesen. Der Marktanteil von Bio-Lebensmittel beträgt etwas mehr als 10 Prozent.

SRF wehrt sich gegen den Vorwurf. «Einzelne Beiträge müssten nicht zwingend ausgewogen sein, und anwaltschaftlicher Journalismus ist Bestandteil der Programmautonomie von SRF», sagt Mediensprecher Stefan Wyss.

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Quelle: erbauer.ch