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Bauern waren in Jungsteinzeit mobil

  • Ein rekonstruiertes jungsteinzeitliches Langhaus im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen (D). – Grugerio, CC BY-SA 3.0

Die Jungsteinzeitbauern in Mitteleuropa waren sesshafte Leute, die anbauten und in fixen Siedlungen lebten. Sie waren dennoch recht mobil, wie Forschende mit Beteiligung der Uni Basel im Fachmagazin «Plos One» berichten.

Oft waren in den Siedlungen die dort lebenden Männer oder Frauen nicht lokal aufgewachsen, was etwa auf rege Heiratsmobilität und wirtschaftlichen Austausch schliessen lässt.

8000 bis 6000 Jahre vor heute

Ein Team um Margaux Depaermentier von der Uni Basel und Kurt Alt von der österreichischen Danube Private University (DPU) untersuchte 718 menschliche Zahnschmelzproben aus 55 Fundstellen im Karpatenbecken. Diese stammten aus der Jungsteinzeit und der darauf folgenden Kupferzeit aus dem Zeitraum von 8000 bis 6000 Jahre vor heute.

Die Zusammensetzung von Strontium- und Sauerstoff-Isotopen zeigte den Forschern, ob die untersuchten Personen in der Gegend, wo sie begraben wurden, auch ihre Kindheit verbracht hatten. Der Zahnschmelz verändert sich nämlich nach seiner Bildung in der Kindheit nicht mehr und speichert somit das Signal des kindlichen Herkunftsortes.

Frauen zogen zu ihren Männern

In den verschiedensten Kulturgruppen gab es nahezu überall kleinräumige und grossräumige Mobilität – in manchen mehr, in manchen weniger, so die Forscher gegenüber der APA. Teils zeigten eher die Männer ein lokales Isotopensignal, die Frauen aber nicht. In diesem Fall sind möglicherweise die Frauen nach einer Heirat stets in die Siedlung der Männer gezogen, erklärte Depaermentier: «Man spricht dann von Patrilokalität, das heisst, man wohnt am Wohnort des Mannes.»

Dies konnten die Forscher in den Gruppen der Starčevo-Kultur, der «transdanubischen Linearbandkeramik», der Vinča-, Lengyel-, und der Balaton-Lasinja Kultur nachweisen.

Manchmal zogen auch die Männer um

Bei der Sopot- und Esztár-Kultur hingegen hatten umgekehrt die Frauen meist lokale Isotopensignale und die Männer eine fremde Herkunft. Hier wechselten wohl die Männer in die Siedlungen der Frauen.

Es gab keine typischen Unterschiede bei den Gräbern und Grabbeigaben für bei Einheimischen und «Auswärtigen». Das zeigt, dass letztere ganz normal in die damaligen Gesellschaften integriert wurden und bei der Bestattung sozial gleichgestellt waren, sagte Alt.

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Quelle: schweizerbauer.ch