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Rinderforum • Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Manfred hat geschrieben:
lena4866 hat geschrieben:Wer es bei 78000€ Gewinn schafft 30000€ Eigenkapital zu verbrennen sollte dringend einmal seine Privatausgaben überprüfen , selbst wenn davon 2 Familien leben müssen.

Die Privatausgaben interessieren bei der Rechnung doch überhaupt nicht.
Es geht um den Buchwert des Betriebs. Dieser sinkt, wenn weniger Eigenkapital investiert als Buchwert abgeschrieben wird.
D.h. der Eigentümer zieht Kapital aus dem Betrieb ab. Was er damit macht, ist seine Privatangelegenheit.
Einzelbetrieblich kann das einfach die Ansparphase für die nächste Investition sein.
Aber wenn dieser Wert im Mittel der Betriebe negativ ist, dann heißt das, dass die Branche schrumpft.

Das ein Betrieb Eigenkapital bilden muss ist unbestritten.
Wenn aber bei 78000€ eine negative von Eigenkapitalbildung von 30000 € herauskommt sind die Privatentnahmen zu hoch egal ob Sie konsumiert oder umgeschichtet werden.
Unbestritten ist auch das bei so einer negativen Eigenkapitalbildung eine Branche schrumpft.
Man muss sich dann aber fragen zu welchem Anteil die Schrumpfung selbstverschuldet ist.

marius hat geschrieben:
50 000 oder 60 000 Euro Gewinn für einen landw. Familienbetrieb ist heute bestenfalls noch ein Hartz 4 Satz und diese Hartz 4 Familien liegen bei Vollpension incl bezahlter Wohnung und bezahlter Krankenkasse auf dem Sofa, und warten auf den Geldeingang vom Sozialamt.

1.Wer bei Hartz 4 von Vollpension spricht schürt dumme Vorurteile und disqualifiziert sich meiner Meinung nach und zeigt damit das er noch nie auf so wenig Geld angewiesen war.
Einerseits forderst du zu Recht von den Landwirten eine Vollkostenrechnung , machst aber hier eine Milchmädchenrechnung auf.
Eine vierköpfige Hartz 4 Familie erhält inklusive Wohnung und Krankenkasse je nach Wohngegend etwa 30000€ im Jahr.
Die Höchstquadratmeterzahl der Wohnung beträgt dabei 95 qm.
Um bei 50000 brutto auf Hartz 4 Niveau zu kommen muss die Familie schon siebenköpfig sein , auch bei Landwirten ist das die
Ausnahme.
2. In der Grössenordnung 50000€ bis 60000€ liegt in Etwa das durchschnittliche Haushaltseinkommen in Deutschland , die meisten
zahlen Ihren Steuern sowohl das ALG 2 bzw die Sozialhilfe und auch die Subventionen der Landwirtschaft.
Und diese Leute haben sehr oft nicht die Möglichkeit Ihre Steuerlast herunterzurechnen

marius hat geschrieben:
T5060 hat geschrieben:Man erkennt die Bauern daran, wie sie was schön reden…… :mrgreen:

Leider ja was der Landtreff beweist :mrgreen: , ich scheine da eine der wenigen Ausnahmen zu sein.

Das Dilemma liegt aber daran das 90 % der Landwirte schlicht nicht in der Lage sind, eine Vollkostenrechnung für den Betrieb zu berechnen. Also incl Pachtansatz Eigenland usw.
Das Produzieren haben sie on top gelernt, aber Betriebswirtschaftlich sind es oft Totalsversager die nichtmal einen Buchführungsabschluss richtig deuten können. Das belegen doch die Beiträge im Landtreff eindrucksvoll.
Womöglich ist das aber staatlich, also Ausbildung und Weiterbildung, genau so gewollt.
Nicht viel fragen, sondern billig produzieren und die Klappe halten.

1.Viele Landwirte arbeiten zu einem geringen Stundenlohn , was spricht dagegen den Betrieb aufzugeben wenn sich eine bessere Alternative bietet,das Problem ist das Viele einfach zu viel mit dem Gefühl denn mit dem Verstand entscheiden.
Ich weiß wovon Ich rede Ich habe mich auch zunächst schwer damit getan den Betrieb aufzugeben, heute bin ich der Meinung Ich hätte den Berufswechsel 5 bis 10 Jahre früher machen sollen.
Vielen wird aber keine gute Alternative geboten,wenn der Alternativstundenlohn vielleicht nur 10 € beträgt und dann noch bei einer unsicheren Zeitarbeitsfirma kann es durchaus Sinn machen zumindest in der jetzigen Betriebsleitergeneration auch dann weiterzumachen wenn die Vollkosten nicht erreicht werden.
2.Viele Landwirte zahlen Pachtpreise jenseits von Gut und Böse , Ich war selbst mit Pachtforderungen von 1200€/ha konfrontiert die meine Ex Verpächter wohl auch von anderen Landwirten erhalten haben , mein Mitleid mit den Landwirten die diese Preise zahlen hält sich in Grenzen.
3.Bei vielen Betrieben kommt noch eine Übermechanisierung dazu die die Gewinne zusätzlich senkt.

Statistik: Verfasst von lena4866 — Fr Jun 14, 2019 22:26


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Quelle: landtreff.de Juni 14, 2019 23:50